Habitatis

Film, 12 min., sw, 2026
Filmpremiere im Rahmen der Ausstellung „Ornament & Beton“
Altes Spital Solothurn, Schweiz | 18.–30. April 2026
Einführung 17. April, 19h, durch Chris Heinrich, Architektin

Habitatis
Film, schwarz weiss, 12 min., 2026
Abwandlung von habitare : „ihr wohnt“/„ihr bewohnt“ und dem englischen Begriff „habitats“ (Lebensräume)

Der Film zeigt eine Reihe brutalistischer Kirchen in der Schweiz. Die Gebäude stehen wie aus Beton gehauene Berge in der Landschaft – kantig, monumental und scheinbar unbewohnt. Der Film bewegt sich um und durch diese stillen Räume: steile Wände, schroffe Formen und tiefe Schatten erinnern an alpine Felsformationen.
In Abwesenheit von Menschen füllt ein anderer Bewohner die sakralen Orte: ein weißer Esel durchstreift die Orte. Der weiße Barockesel ist eine heute fast ausgestorbene Rasse, die im Barock in Österreich und Ungarn gezüchtet wurde. Zu jener Zeit waren in der adeligen Gesellschaft helle Tiere sehr beliebt, da sie als Lichtbringer galten, während dunkle Tiere eine Metapher für den Tod waren. Die heute existierenden Tiere sind nur durch künstliche Nachzuchten entstanden.
Der Kurzfilm entwirft ein fiktionales Szenario, in dem die Kirchen als künstliche Berge allmählich wieder Teil der Landschaft werden, aus der ihre Formen inspiriert wurden. Der Esel wirkt wie ein nicht ganz realer Besucher aus einer anderen Epoche. Ohne Dialoge entfaltet sich eine poetische Beobachtung von Raum, Material und Zeit.